Polyphasischer Schlaf

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Polyphasischer Schlaf ist ein künstliches Schlafverhalten, bei denen Anwender den täglichen Schlaf nicht am Stück nehmen, sondern in kleineren Einheiten in den Tagesablauf integrieren. Bei Säuglingen ist der polyphasische Schlaf allerdings auch natürlich zu beobachten, da sich bei kleineren Kindern Schlaf- und Wachphasen mehrfach abwechseln.

Polyphasischer Schlaf Definition – Was ist das?

Der Namensbestandteil „Poly“ deutet an, dass es sich bei polyphasischen Schlaf um einen mehrphasigen Schlafrhythmus handelt. Anwender des Schlafmusters schlafen anders als beim „normalen“ monophasischen Schlaf nicht sieben bis acht Stunden durch, sondern verteilen den benötigten Schlaf durch kürzere Etappen über den gesamten Tag.

Das Ziel vom polyphasischen Schlaf ist es, die täglich benötigte Schlafdauer auf ein Minimum zu reduzieren. Trotzdem soll eine vollständige Leistungsfähigkeit erhalten bleiben. Das Schlafverhalten ist folglich eine Methode zur Selbstoptimierung und wird meist bewusst angewandt. Statt einer normalen Schlafdauer schlafen Anwender beispielsweise sechs Mal pro Tag für etwa 20 Minuten pro Einheit.

Polyphasischer Schlaf Vorteile

In manchen Lebenssituationen müssen längere Schlafzeiten reduziert werden, die Leistungsfähigkeit soll dabei aber unbedingt erhalten bleiben. Das gilt so beispielsweise für extreme Sportarten wie mehrtägige Radrennen. Entsprechend zählen Sportler häufig zu den Anwendern polyphasischer Schlafmuster.

Aus der Geschichte wurde überliefert, das angeblich bekannte Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci oder Napoleon Bonaparte auf lange Schlafphasen verzichtet haben sollen. Diesem Vorbild eifern auch in der häufigen Zeit viele Gründer oder Selbstständige nach, die durch die wenigen Schlafstunden mehr Zeit für die Arbeit finden wollen.

Die verschiedenen polyphasischen Schlafmuster

  • Monophasisches Schlafmuster: Dieses Muster bezeichnet den normalen, menschlichen Schlaf. Der Tagesablauf teilt sich dabei in eine Wachphase mit ca 16. Stunden und eine Schlafphase mit ca. 8 Stunden ein.
  • Biphasisches Schlafmuster: Im steigenden Alter wechseln viele Menschen auf ganz natürlichem Wege zum biphasischen Schlafmuster. Der Nachtschlaf beträgt dabei ca. 6 Stunden und wird durch einen 20-minütigen Mittagsschlaf unterstützt. Alternativ gelten auch 4,5 Schlaf sowie 90 Minuten Mittagsschlaf als biphasisches Schlafmuster.
  • „Jedermann“-Schlafmuster: Nach diesem Modell gliedert sich der Schlaf in mehrere Tagschlafphasen und eine nächtliche Hauptschlafphase. Die Nachtruhe umfasst dabei mindestens 1,5 bis maximal 4,5 Stunden, ergänzt durch zwei bis fünf Nickerchen im Tagesverlauf. Im Extremfall kann der Schlafbedarf dabei nur drei Stunden betragen.
  • „Dymaxion“-Schlafmuster: Anwender dieses Musters verzichten gänzlich auf eine Hauptschlafphase. Stattdessen soll der Schlafbedarf über 30-minütigen Kurzschlaf, der streng alle sechs Stunden abgehalten werden muss, gedeckt werden.
  • „Übermensch“-Schlafmuster: Als Uberman gelten die Verfolger dieses Schlafmusters, bei dem die Gesamtschlafdauer auf maximal zwei Stunden täglich reduziert wird. Im Rhythmus von vier Stunden wird stattdessen ein Schlaf mit einer Dauer von 20 Minuten abgehalten. Über den Tag ergeben sich so sechs Schlafphasen.

Polyphasischen Schlaf lernen – Tipps und Methoden

Polyphasischen Schlaf kann jeder Mensch lernen, sofern die Schlafmuster und Phasen mit dem alltäglichen Leben vereinbar sind. Die größten Hürden stellen dabei häufig die berufliche Tätigkeit sowie der Lebenspartner oder alltägliche Termine da, die durch die regelmäßigen Schlafphasen häufig unterbrochen werden müssen.

Stess aber dein Entschluss und du möchstest polyphasischen Schlaf lernen, dann gilt es, die erste Woche der Umgewöhnung zu überwunden. Denn in dieser Zeit treten die Symptome vom Schlafentzug auf. Die Umstellung ist eine große Umstellung, die die Überwindung von Müdigkeit sowie Erschöpfung erfordert.

Anwender der verschiedenen Schlafmuster berichten aber, dass nach der ersten Woche bereits ein starker Erholungseffekt durch den regelmäßigen Minutenschlaf eintritt. Gebüte Schläfer schlafen binnen weniger Sekunden ein und fühlen sich nach einem Powernap erholt.

Ungesunde Nachteile vom polyphasischen Schlaf

Obwohl sich Anwender des polyphasischen Schlafs meist ausgeruht fühlen und keine Nebenwirkungen spüren, bedeutet dies nicht, dass das Schlafmuster nicht ungesund ist. Wer dauerhaft zu kurz schläft, riskiert nämlich leichter Erkrankungen. Dies liegt vor allem daran, dass die nächtliche Schlafphase vom Körper auch als Zeit zur Regeneration dient.

Während dieser Zeit wird beispielsweise das Immunsystem auf den kommenden Tag vorbereitet. Durch die dafür mangelnde Zeit ist der Körper beim polyphasischen Schlaf nicht mehr ausreichend gegen Bakterien und Viren geschützt. Ebenso müssen Knochen und Muskeln die nächtliche Schlafphase zur Regeneration nutzen. Für Jugendliche ist dies sogar noch essentieller, da der Schlaf stark mit dem Wachstum zusammenhängt.

Laut Schlafmedizinern gelten die ersten vier Stunden des Nachtschlafs als die wichtigsten Schlafstunden. Sie enthalten nämlich den meisten Tiefschlaf, während dem der Körper sich erholt.

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Von |2018-10-02T21:45:49+00:0029. September 2018|
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