Schlafbedarf

/Schlafbedarf

Auf erholsamen Schlaf ist jeder Mensch angewiesen, doch der genaue Schlafbedarf ist individuell verschieden. Allerdings lässt sich die ungefähre Dauer je nach Alter in Gruppierungen aufteilen. Die Formel für einen gesunden Schlafbedarf scheint pauschal bei einem Drittel Schlafenszeit pro Tag zu liegen, wodurch eine circa 16 Stunden lange Wachphase bleibt.

Definition Schlafbedarf – Was ist das?

Im Laufe des Lebens verändert sich der individuelle Schlafbedarf gleich mehrfach. Während Säuglinge nahezu den gesamten Tag schlafen, nimmt die Zeit über die Kindheit ab. Senioren jenseits ihres sechzigsten Lebensjahres kommen teilweise sogar mit nur fünf Stunden Schlaf bestens aus. Dies liegt auch daran, dass sich die Schlafgewohnheiten im Alter ändern und Senioren etwa häufiger einen Mittagsschlaf in ihren Alltag integrieren, wodurch der Nachtschlaf kürzer ausfallen kann.

In der Forschung wurde entsprechend beobachtet, dass mit steigendem Alter ein Wandel im Anteil der Schlafphasen stattfindet. Neugeborene träumen etwa bis zu acht Stunden, bei Erwachsenen reduziert sich diese Phase (REM-Schlaf) auf nur eine bis eineinhalb Stunden. Ältere Menschen benötigen folglich weniger Traumschlaf und durch den höheren Anteil an NREM-Schlaf verkürzt sich die gesamte Schlafdauer pro Nacht und es kommt zum Absinken des persönlichen Schlafbedürfnisses.

Es gibt keinen „perfekten“ Schlafbedarf

Häufig ist von einer pauschalen Schlafdauer von beispielsweise acht Stunden pro Nacht die Rede, die als optimale Schlafdauer gelten soll. Experten empfehlen allerdings andere Richtwerte. Und diese sind je nach Fitness, Alter und dem Empfinden des einzelnen Schläfers verschieden.

Entscheidend ist nämlich, dass der eigene Schlafdauer immens vom Alter abhängt. Wer also krampfhaft versucht, einmal eingehaltene Schlafmuster dauerhaft beizubehalten, riskiert mit zunehmenden Alter die Folgen vom schlechtem Schlaf. Denn sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf sind schädlich.

Individueller Schlafbedarf nach Altersgruppen

  • Neugeborene (0 – 3 Monate): Die jüngsten unter uns schlafen 14 bis sogar 17 Stunden pro Tag. Die ausgiebigen Ruhezeiten haben eine essenzielle Funktion für den Körper. Denn im Schlaf der ersten Lebensmonate werden Wachstumshormone freigesetzt, die wichtig für die körperliche Entwicklung des Babys sind. Einige Neugeborene benötigen bis zu 19 Stunden Schlaf am Tag, während anderen Babys bereits elf Stunden täglich genügen.
  • Säuglinge (4 – 11 Monate): Im Alter von circa vier Monaten hat sich der Körper des Neugeborenen an einen regelmäßigeren Schlafrhythmus gewöhnt. In vielen Fällen schlafen Kinder in diesem Alter bereits die Nacht durch, wodurch sich die im Tagesverlauf benötigten Schlafeinheiten reduzieren. Der Schlafbedarf der Säuglinge beträgt dann zwischen 10 und 15 Stunden.
  • Kleinkinder (1 – 2 Jahre): Kleinkinder schlafen meist 12 bis 15 Stunden. Zu wenig Schlaf wird in dieser Phase durch Hyperaktivität kompensiert, um die Müdigkeit zu überspielen.
  • Kindergartenkinder (3 – 5 Jahre): Im Kindergartenalter zwischen drei und fünf Jahren benötigen Kinder mindestens acht Schlafstunden, die Norm liegt aber eher bei 10 bis 13 Stunden.
  • Schulkinder (6 – 13 Jahre): In diesem Alter reduziert ich der Schlafbedarf weiter, die Werte schwanken dabei von 7 bis zu 12 Stunden. Ein erholsamer Schlaf ist in dieser Phase aber immens wichtig, da das Gehirn während der Nachtruhe das am Tag Gelernte verarbeitet und abspeichert.
  • Jugendliche (14 – 17 Jahre): Für den Übergang vom Kind zum Erwachsenen benötigen Jugendliche meist etwas mehr Schlaf, mindestens 8 bis 10 Stunden täglich.
  • Junge Erwachsene (18 – 25 Jahre): Der Schlafbedarf liegt in dieser Lebensspanne bei 7 bis 9 Stunden.
  • Erwachsene (26 – 64 Jahre): In der längsten Lebensphase im Erwachsenenalter liegt der Schlafbedarf ebenfalls 7 bis 9 Stunden. Allerdings sind auch Werte darüber oder darunter völlig normal und je nach Wohlempfinden genügen 6 Stunden, während andere Erwachsene 10 Stunden Schlaf benötigen.
  • Senioren (über 65 Jahre): Im Alter reduziert sich der Schlafbedarf auf 7 bis 8 Stunden pro Nacht. Häufig ist auch ein deutlich kürzerer Nachtschlaf von circa 5 Stunden zu beobachten, da sich auch das Schlafmuster ändert. Siehe auch: polyphasischer Schlaf.

Wichtig: Beim Schlafbedarf auf den Körper hören

Der persönliche Schlafbedarf wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Neben dem Alter spielt so die persönliche Lebenssituation eine wichtige Rolle. Starke körperliche Anstrengungen oder seelische Belastungen benötigen zu deren Überwindung beispielsweise regelmäßig ein paar Schlafstunden mehr. Letztendlich sollten Schläfer auf die Signale ihres eigenen Körpers hören und die Schlafdauer an die eigenen Symptome anpassen.

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]
« Back to Glossary Index
Von |2018-10-30T16:55:00+00:0029. September 2018|
>